Trilaterale Rheinsteig-Wanderung
Der Partnerschaftsverein Eltville – Passignano e.V. lud Mitglieder, Freunde und Interessierte zu einer Rheinsteig-Wanderung zwischen Lorch und Kaub – und über 40 Wanderer kamen, jung und alt - selbst einige Hunde waren dabei. Erstaunlich, dass an diesem Ereignis, das nicht Teil von „offiziellen“ Partnerschaftsbegegnungen ist, einige italienische und sogar französische Freunde teilnahmen – ein beeindruckendes Signal für die Trilateralität von Eltvilles Städtepartnerschaften, die jüngst die drei Bürgermeister Claudio Bellaveglia (Passignano), Patrick Maupu (Montrichard) und Patrick Kunkel ausdrücklich als gemeinsames Ziel ausriefen. So war diese Wanderung nicht nur eine schöne Vereinsaktivität, sondern auch eine europäische Bürgerbegegnung im Kleinen. Genau das, so die Vorsitzende des PEP-Vereins Stefanie Post, ist Sinn und Inhalt von Städtepartnerschaften.

Große Bürgerbegegnung 29. April bis 3. Mai 2010
Dies war das Programm:
Do., 29. April
19.00 Uhr Ankunft der Gäste aus Passignano auf dem Busparkplatz Weinhohle. Begrüßung durch Vertreter der Stadt Eltville und des PEP-Vorstands
19.30 Uhr Verteilung auf die Gastfamilien: Alltag in einer deutschen Familie – Abendessen
Fr., 30. April
9.30 – 10.30 Uhr Offizieller Empfang des Bürgermeisters in der Mediathek: Grußworte von Bürgermeister Patrick Kunkel, dem offiziellen Vertreter des Bürgermeisters aus Passignano, Ermanno Rossi, und Stefanie Post, PEP-Vorsitzende (siehe unter "Berichte")
11.00 – 12.30 Uhr Naturschutz in unserer Region: Die Wiederansiedlung und Aufzucht der Störche in Schierstein. Vortrag und Führung durch den Vorsitzenden der Storchengemeinschaft Wiesbaden-Schierstein e.V., Hubertus Krahner
13.00 Uhr Mittagessen im Restaurant Alta Villa, Eltville
15.00 – 16.30 Uhr Führung durch die Forschungsanstalt Geisenheim in italienischer Sprache
ab 18 Uhr Abendessen im Gutsausschank "Schneck"
Sa., 01. Mai
9.30 – 12.00 Uhr Schlittschule:
- Kultur- und Landeskunde: Geschichte von Florenz als Beispiel einer demokratischen Emanzipation des Bürgertums und mögliche Lehren für ein aktuelles Demokratieverständnis
- Projekte und Perspektiven der Städtepartnerschaft, u.a. Jugendarbeit (z.B. Möglichkeiten des Schüler- und Praktikantenaustausches)
12.30 Uhr Gemeinsames Picknick in einer Gastgeberfamilie: Jeder bringt etwas mit!
14.30 – 16.00 Uhr Besichtigung der Steinbergkellerei/Führung auf Italienisch mit 3er Weinprobe
17.00 Uhr Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul: Gottesdienst mit Pfarrer Dr. Nandkisore
18.30 Uhr Rheingauer Schlemmerwochen – Schlemmen im Weingut Offenstein Erben, Holzstraße
20.30 Uhr Wir feiern gemeinsam:
Konzertabend in der Eltviller Vinothek mit dem Urvater der deutschen Liedermacher, Colin Wilkie
So., 02. Mai
11.00 Uhr Kleine Mai-Wanderung durch die Weinberge zur Bubenhäuser Höhe,
Treffpunkt: Im Baiken
13.30 Uhr 1. Rheingauer Autoausstellung und verkaufsoffener Sonntag
15.30 – 17.00 Uhr Stadtführung in italienischer Sprache
18.30 Uhr Einkehr im Weinhof Martin zum Abendessen - Auswertung des Treffens und Zukunftsüberlegungen
Mo., 03. Mai
8.30 Uhr Verabschiedung auf dem Busparkplatz Weinhohle

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Eltviller besuchten den Palio delle Barche in Passignano
Im Rahmen der städtepartnerschaftlichen Aktivitäten besuchten mehrere Mitglieder des Partnerschaftsvereins Eltville-Passignano e.V. (PEP) den diesjährigen Palio delle Barche, das große Fest in Eltvilles mittelitalienischer Partnerstadt Passignano in der Provinz Perugia, das sich von der Bedeutung her mit dem hiesigen Sekt- und Biedermeierfest vergleichen lässt.
Herzstück dieser Regatta der Fischerboote ist ein turbulenter Wettkampf zwischen den vier Stadtteilen von Passignano Oliveto, Centro 2, Centro storico und San Donato. Zuerst wird eine Strecke auf dem Wasser zurückgelegt. Im zweiten Teil müssen die Boote rennend durch die engen Straßen der Altstadt getragen werden – eine große Gaudi. Zum Schluss muss noch mal eine Strecke auf dem See gerudert werden. Nach 18 Jahren ohne Sieg hat in diesem Jahr das Centro Storico gewonnen.
Dieser Wettkampf geht zurück auf ein Ereignis im Jahre 1495 im Peruginer Bürgerkrieg, als Eindringlinge, die die Burg von Passignano besetzten, vertrieben wurden und mit ihren ihre Booten auf den Rücken versuchten, über den See in Richtung Inseln zu entkommen.
Das Fest um diesen Wettkampf herum dauert eine ganze Woche mit verschiedenen abendlichen Aufführungen und typischen Speisen der Region. Vor allem die jungen Leute treffen sich am späten Abend an der Strandpromenade zum Feiern. Unmittelbar vor dem eigentlichen Wettkampf findet ein Umzug der verschiedenen Stadtteile in mittelalterlichen Kostümen durch die Altstadt statt. Wie in Eltville beschließt ein schönes Feuerwerk auf dem See das Fest.
Die Eltviller Gäste wurden wie immer herzlich empfangen und im Rahmen der Verschwisterung von Ermanno Rossi, dem stellvertretenden Bürgermeister, und Stefano Baldoncini, der die partnerschaftlichen Aktivitäten in Passignano seit Jahren leitet, zum Abendessen eingeladen. Bürgermeister Dr. Claudio Bellaveglia wird Ende August mit einigen Gästen aus Passignano am großen 45-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Eltville und der mittelfranzösischen Stadt Montrichard in Eltville teilnehmen und damit der Trilateralität dieser europäischen Städteverbindung Ausdruck verleihen.

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Pressemitteilung der Stadt Eltville:
PEP feiert mit seinen Gästen aus Passignano
Eltville am Rhein, 03. Mai 2010
„Wir danken dem Eltviller PEP-Verein für die wunderbare Organisation und die vielen schönen Erlebnisse, die uns am ersten Maiwochenende in Eltville erwarten – und freuen uns schon jetzt auf Euren Besuch in Passignano im nächsten Jahr!“, so Ermanno Rossi, erster Stadtrat der Eltviller Partnerstadt Passignano sul Trasimeno, beim Städtischen Empfang in der Mediathek Eltville zu Ehren der italienischen Delegation. Und neben einem knallroten Städtebanner von Passignano, der der PEP-Vereinsvorsitzenden Stefanie Post vom Vorstand des italienischen Freundschaftsvereins, Stefano Baldoncini, überreicht wurde, hatte Ermanno Rossi, der in Vertretung des Bürgermeisters Dr. Claudio Bellaveglia die 15-Personen starke Delegation anführte, noch weitere erfreuliche Botschaften für Bürgermeister Patrick Kunkel im Gepäck: Die Gründungsurkunde des Partnerschafts-Komitees auf italienischer Seite, das dort – wie hier – PEP heißt. Dieses Signal besiegelt noch einmal den Willen und die Wichtigkeit, mit der Passignano die Städtepartnerschaft mit Leben füllt. Wurden bis dato die Aufgaben der Städtepartnerschaft auf italienischer Seite von einem kleinen Kreis von Privatleuten wahrgenommen, ist die Gründung eines offiziellen Partnerschaftskomitees in Passignano - wie in Eltville bereits 2006 geschehen - mit dem Bürgermeister Bellaveglia an der Spitze ein wichtiges Signal für die zukünftige Entwicklung der Städtepartnerschaft.
Dass die Italiener an ihre Freunde aus dem Rheingau bis zum Gegenbesuch in Passignano denken, dafür sorgt der ebenfalls von Ermanno Rossi in Aussicht gestellte kleine Rosengarten, den die Italiener vor ihrem Rathaus anlegen wollen. Natürlich mit Unterstützung des Eltviller Rosenvereins, deren stellvertretende Vorsitzende Ulrike Bachmann gleich die in Frage kommenden Rosensorten mit den italienischen Freunden abstimmte. Dass der Vorstand des Freundschaftsvereins Montrichard, Werner Becker, ebenfalls am Empfang teilnahm, unterstreicht den Wunsch nach einer gelebten trilateralen Städtepartnerschaft im europäischen Bürgersinn. Diesen zu pflegen betonte die erste Kreisbeigeordnete Jutta Nothacker, die die Grüße des Rheingau-Taunus-Kreises an die Delegation überbrachte.

Berichtet haben über diese Begegnung u.a. der Wiesbadener Kurier, das Wiesbadener Tagblatt und das Rheingau Echo.
Hier der Artikel aus dem Rheingau Echo:
Wiedersehen in Passignano
15köpfige Delegation aus der Partnerstadt besuchte Eltville / "Intensives Erlebnis"
Bürgermeister Patrick Kunkel empfing eine 15köpfige Delegation aus Passignano in der Mediathek, an deren Spitze Stadtrat Ermanno Rossi (Mitte) stand.
Eltville. (chk) – Ein Empfang in der Mediathek war der offizielle Auftakt zur deutsch-italienischen Begegnung Eltville-Passignano am ersten Maiwochenende. Bürgermeister Patrick Kunkel begrüßte eine 15köpfige Delegation aus der Partnerstadt, die von Ermanno Rossi, dem Ersten Stadtrat in Passigano sul Trasimeno, angeführt wurde.
Der Stadtrat überreichte in Vertretung des Bürgermeisters Dr. Claudio Bellaveglia die Gründungsurkunde des Partnerschafts-Komitees an Bürgermeister Kunkel und die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Eltville-Passignano (PEP), Stefanie Post. Bisher wurde der Austausch auf italienischer Seite von einem kleinen Kreis von Privatleuten wahrgenommen. Daß jetzt in Passignano ein offizielles Partnerschaftskomitee mit Bürgermeister Bellaveglia an der Spitze gegründet wurde, deuteten Kunkel und der PEP-Vorstand als wichtiges Signal für die zukünftige Entwicklung der Städtepartnerschaft. In Eltville war bereits vor vier Jahren die inzwischen mehr als 20jährige Freundschaft zwischen beiden Städten durch Gründung des Partnerschaftsvereins besiegelt worden.
Beim Empfang überreichte Stefano Baldoncini vom Vorstand des italienischen Freundschaftsvereins außerdem den roten Städtebanner Passignanos an Stefanie Post. Nach vielen herzlichen Worten von italienischer und deutscher Seite, kündigte Patrick Kunkel an, der Eltviller Rosenverein werde das Anlegen des geplanten Rosengartens vor dem Rathaus in Passignano unterstützen. Die stellvertretende Rosenvereins-Vorsitzende Ulrike Bachmann stimmte die in Frage kommenden Rosensorten schon gleich mit den italienischen Freunden ab. Auch die Erste Beigeordnete des Rheingau-Taunus-Kreises, Jutta Nothacker, war zum Empfang gekommen, um die Grüße des Kreises zu überbringen und die Bedeutung der deutsch-italienischen Freundschaft zu unterstreichen. PEP-Mitglied Dr. Jörg Rappl übersetzte souverän alle deutsch-italienischen Reden und Grußworte.
Neue Gastgeber
Ein umfangreiches Programm hatten PEP-Vorstand und -Mitglieder für die Freunde aus Passignano zusammengestellt, beispielsweise Besuche der Rheingauer Automobil-Ausstellung und des Frühlingsfestes, Weinbergswanderung, Besichtigung der Steinbergkellerei und Altstadtführung. Belebt wurde der Aufenthalt jedoch vor allem durch die persönlichen Begegnungen zwischen Eltviller Gastgebern und italienischen Gästen. Einige im Verein sind bereits "Profi"-Gastgeber, die mit ihren Gästen auch einen intensiven Kontakt außerhalb der offiziellen Städtebegegnungen pflegen. Wenngleich die Anzahl der Gäste nicht so groß war, gab es darunter sowohl neue Gäste aus Passignano als auch neue Gastgeber in Eltville.
Auch für Detlef Muth, seit zwei Jahren als Kassierer im PEP-Vorstand, und für seine Frau Maria war es eine neue Erfahrung. "Als im Verein rumgefragt wurde, wer Gäste aufnehmen könne, haben wir uns bereit erklärt", erzählt das Ehepaar. "Wir sprechen beide nicht Italienisch und sind einfach ins kalte Wasser gesprungen."
Als sie am Sonntag mit ihren Gästen am Rheinufer unterwegs waren, gaben sie ein paar Eindrücke wieder. "Wir haben Glück, daß wir mit Francesca und Mauro sehr rücksichtsvolle und sehr warmherzige Gäste bekommen haben", erzählt Maria Muth. "Es macht Spaß mit ihnen, und es nicht nur die Sprache, die zur Verständigung beiträgt." Um die Sprachbarriere kreativ zu überbrücken, haben Detlev und Maria Muth den Laptop mit an den Frühstückstisch genommen und den Google Übersetzer für sich arbeiten lassen. "Wir geben ganze Sätze ein und lassen sie übersetzen. Wir haben uns auf diese Weise über vieles unterhalten können, über Kinder, Enkel und vieles mehr", berichten Maria und Detlef Muth.
Das Dolmetschen unterwegs übernahm Vereinsmitglied Cristiana Licheri, eine junge Italienerin aus der Toskana, die seit zwei Jahren in Eltville lebt. "Ich bin kein Profi!", betont sie gleich. Sie hat sich ehrenamtlich zum Dolmetschen zur Verfügung gestellt und fand es manchmal schwierig, manchmal lustig. "Sie war mit ganzem Herzen dabei, das hat man gespürt", lobt Detlef Muth. Cristiana Licheri übersetzt auch, was das Ehepaar Francesca Raimondi und Mauro Morarelli aus Passignano am Rheinufer erzählt. Für beide ist es nicht nur die erste Reise im Rahmen der Städtepartnerschaft, sondern ihre erste Auslandsreise überhaupt. "Wir sind überwältigt von der Gastfreundschaft hier", erklären sie. Eltville, der herzliche Kontakt mit der Gastfamilie, die gemeinsamen Unternehmungen mit der ganzen Gruppe – das alles hat ihnen sehr, sehr gut gefallen, wie sie betonen. "Mir gefallen auch die alten Häuser in Eltville", sagt Mauro Morarelli. "Das ist wie ein Blick in die Geschichte." Beide möchten gern Deutsch lernen, um sich bei den nächsten Begegnungen mit Detlef und Maria Muth besser verständigen zu können. "Wir haben ja noch so viel zu fragen und zu erzählen", bemerkt Francesca Raimondi. Auch das Ehepaar Muth denkt daran, seine Italienischkenntnisse, die bisher nur aus wenigen Worten bestehen, zu erweitern, denn es ist bereits beschlossene Sache, daß beide Paare in Kontakt bleiben wollen. "Wir haben schon eine Einladung nach Passignano erhalten", erzählt Maria Muth.
Am Sonntag schlossen sich Cristiana Licheri, die Ehepaare Muth und Morarelli-Raimondi anschließend der Altstadtführung mit Gabi Roncarati in italienischer Sprache an. Die Gästeführerin ist selbst ein Beispiel gelebter deutsch-italienischer Partnerschaft. Seit 20 Jahren ist die gebürtige Schwäbin mit einem Italiener verheiratet; seit sechs Jahren lebt Familie Roncarati in Eltville.
Vereinsvorsitzende Stefanie Post ist rundum zufrieden mit dem Besuch der Freunde aus Passignano. "Es ist super gelaufen, und es war eine sehr positive und schöne Begegnung", sagte sie nach der Abreise der Delegation am Montag. "Ich freue mich, daß auch einige neue Gäste und Gastgeber dabei waren. Sie haben mir bestätigt, daß es ein viel intensiveres Erlebnis ist, selbst Gäste aufzunehmen als einfach nur mal bei den gemeinsamen Unternehmungen ‚dabei’ zu sein."
Die nächste offizielle Städtebegegnung findet 2012 in Passignano statt. Dazwischen wird es allerdings einen Austausch einzelner Gruppen beispielsweise zum Eltviller Weihnachtsmarkt oder zu anderen Gelegenheiten geben – und natürlich auch private Besuche zwischen den Gastfamilien.
Hier die Links zu den anderen Artikeln:
http://www.wiesbadener-kurier.de/region/rheingau/eltville/8841502.htm
http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/rheingau/eltville/8842125.htm
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"Alles ist schön im Zeltlager"
Pfadfinder aus Passignano waren zu Gast in Eltville
Nach zwölf Jahren Besuchspause waren im August 2008 wieder Pfadfinder aus Passignano zu Gast in Eltville. Die zwölf Jungen und ihre vier Betreuer zelteten elf Tage hinter der Stützpunktfeuerwache. Sie genossen das Programm, das die Arbeiterwohlfahrt (AWO) zusammen mit dem PEP organisiert hat.
„La prima impressione?" Auf die Frage nach seinem ersten Eindruck musste Fabio gar nicht überlegen. „Tutto bello!" - alles ist schön - sagte der der Zwölfjährige begeistert und baute mit seinen etwas älteren Freunden gleich wieder Tische, Altar und Tore hinter der Stützpunktfeuerwehr weiter. Anders als ihre drei Leiter und der Busfahrer waren die zwölf katholischen Pfadfinder aus Passignano zum ersten Mal in der Partnerstadt Eltville. Sie schlugen ihre Zelte hinter der Stützpunktfeuerwache auf.
Die Gäste absolvierten ein breit gefächertes Ausflugs-, Erlebnis- und Begegnungsprogramm. Es ging unter anderem nach Wiesbaden, Mainz, Braunfels und Frankfurt und zu allen möglichen kulturellen, religiösen und sportlichen Aktivitäten wie Rheinsteig-Wanderung, Schießen, Boccia und Rudern. Einer der Höhepunkte war das Fußball-Freundschaftsspiel mit den Jugendlichen der Spielvereinigung Eltville.
1992 organisierte die AWO den ersten Besuch der Passignano-Pfadfinder parallel zur AWO-Kindererholung am ehemaligen Bolzplatz. 1996 folgte der zweite im Rauenthaler Tagungshaus. Umgekehrt waren AWO-Jugendliche dreimal in Passignano, aber die Freunde seit zwölf Jahren nicht mehr in Eltville. „1996 war ich als Junge dabei", erzählte Michele Ballerini, der jetzt als Leiter wiederkam. An allen drei Besuchen nahm Leiter Antonio Fabbroni teil, der am 3. August in Eltville seinen 70. Geburtstag feierte. „Mir gefällt die Stadt", schwärmte Fabbroni und setzte hinzu: „und die Gastfreundschaft hier".
Coloriert, farblich angelegt und buntgemalt
Ihren Phantasien freien Lauf lassen konnten die „Katholischen Pfadfinder von Europa“ aus Passignano mit der Kunstschule der Arbeiterwohlfahrt Rheingau-Taunus. Einen Tag lang wurden am Ort der „Fahrradwerkstatt für Kinder und Jugendliche“ unter der künstlerischen Anleitung von Georg Breitwieser und Projektleiter Wolfgang Rahlfs Zaunpfähle bzw. Stelen zu richtigen Kunstwerken, Skulpturen umgestaltet. Bohren, Hämmern, Schleifen für ein Kunstwerk aus Eltville für die italienische Partnergemeinde Passignano.
Dieses Partnerschaftsprojekt fand im Rahmen der VI. außerschulischen deutsch-italienischen Jugendbegegnung in Eltville statt. Die italienischen Jugendlichen sammelten Muscheln, Treibholz, Steine und Sand aus dem Rhein und verarbeiteten dieses Material in die zwei Meter langen Holzpfähle, die dann noch coloriert, farblich angelegt und buntgemalt wurden. Manche Pfähle wurden auch noch geflämmt und dadurch veredelt.
Demnächst, spätestens jedoch bei dem Gegenbesuch im Jahre 2009, werden die Stelen am Kunstufer der Partnergemeinde am Trasimenischen See einbetoniert und fest verankert als eine greifbare Erinnerung an die Erlebnisse in Eltville. Zum Ende der Aktion erschienen noch zahlreiche deutsche und ausländische Jugendliche, die ständige Teilnehmer der Fahrradwerkstatt sind und das Kunstwerk sehr bestaunten.
Städtepartnerschaft in Passignano besiegelt
Offizieller Besuch vertieft Freundschaft

Kunkel dankte seinem Amtskollegen sehr herzlich für die Einladung zu dieser Bürgerbegegnung. Passignano, das er zum ersten Mal besuche, erinnere vom Stadtbild her sehr an Eltville, und mit dem Trasimenischen See und dem Wein habe Passignano ähnliche prägende Attribute wie Eltville mit dem Rhein und seinem Riesling. Die bunt gemischte und immer gut gelaunte Eltviller Delegation sowie die positive Resonanz in Passignano zeigten, dass diese noch junge Städtepartnerschaft tatsächlich von den Menschen gelebt werde.

Bewegt über Harmonie
Nach – wie Kunkel es formulierte – „sehr intensiven“ Tagen mit einem „wunderbaren“ Programm zeigte sich Kunkel beim Abschlussbankett vor über hundert geladenen Gästen ebenso wie sein italienischer Amtskollege Bellaveglia „bewegt“ über die gegenseitige Freundschaft und Herzlichkeit. Beide waren sich einig darin, dass Bürgerbegegnungen zwischen den beiden Städten öfter stattfinden sollten als alle zwei Jahre, wie es die Europäische Konvention für Städtepartnerschaften vorsehe. Auch wenn die Entfernung zwischen Eltville und Passignano mit über 1100 km beträchtlich sei, sei man doch in den Herzen nah beieinander. Kunkel lud alle Passignanesen nach Eltville ein, und er freue sich schon auf den Besuch einer Delegation aus Passignano zum Eltviller Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende.
Bürgerbegegnung voller Höhepunkte
Zu ihrem ersten offiziellen Antrittsbesuch reiste eine 35-köpfige Eltviller Delegation, unter ihnen viele Mitglieder des Partnerschaftsvereins Eltville – Passignano (PEP), aber auch des Freundschaftsvereins Eltville – Montrichard, zusammen mit Eltvilles Bürgermeister Patrick Kunkel, Eltvilles damaliger und jetziger Rheingauer Weinkönigin Anna-Maria Mucke sowie der damaligen Weinprinzessin und jetzigen Eltviller Weinkönigin Madeleine Rossel in Eltvilles mittelitalienische Partnerstadt Passignano sul Trasimeno.
Kunkels Amtskollege, Passignanos Bürgermeister Dr. Claudio Bellaveglia, hieß die Eltviller Gäste im Rahmen einer offiziellen Feierstunde im Rathaus von Passignano in Anwesenheit weiterer städtischer Vertreter herzlich willkommen und betonte die Bedeutung solcher Städtepartnerschaften. Mit dem Präsidenten des Partnervereins „Associazione Turistica Pro-Loco“, Stefano Baldoncini, war er sich einig, dass Europas Zusammengehörigkeit nicht zuletzt auf Freundschaften wie diesen beruht, die auf persönlicher, familiärer und gesellschaftlicher Ebene realisiert würden und mit ihnen eine konkrete und lebendige Ausgestaltung erfahren. Im Mittelpunkt dieser Reise stand es dementsprechend, Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen.
Die von der Europäischen Union finanziell unterstützte Bürgerbegegnung war prall gefüllt mit unterschiedlichsten Programmpunkten und Erfahrungen. Schon am ersten Abend berichtete der Präsident der Fischervereinigung, Franco Catani, in seinem Vortrag „Das europäische Süsswasserfischreservat: Erhaltung von seltenen und bedrohten Fischarten“ über die Bedeutung des zum Nationalpark erklärten Trasimenischen Sees für die Region. Eine erste Exkursion führte die Delegation auf die Isola Maggiore, eine von drei inmitten des Sees gelegenen Inseln, die heute gerade noch 17 Einwohner zählt. In ihrer Blütezeit lebten dort einst über 600 Menschen, die sich durch den Fischfang ernähren konnten. Heute werden dort von nur noch fünf verbliebenen Näherinnen kunstvolle Häkeleien hergestellt - ein Handwerk, das vom Aussterben bedroht ist.

Zu den Höhepunkten zählten sicherlich auch Ausflüge in die 160.000 Einwohner zählende und auf einem markanten Hügel über der Ebene gelegene Provinzhauptstadt Perugia sowie in das nur knapp 40 km entfernte Assisi, dem Geburtsort des Heiligen Franz von Assisi, das seit dem Jahre 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.
In weiteren Vorträgen ging es um für die Stadt und die Region wichtige Ereignisse: Zu einem historischen Thema sprach der General im Ruhestand Franco Stella im “Centro di Documentazione permanente sulla Battaglia del Trasimeno e Annibale” in der Nachbargemeinde Tuoro über „Hannibals Schlacht am Trasimenischen See - Beginn des Machtverlusts der Römer“. Zukunftsmusik hingegen ist ein anspruchsvolles städtebauliches Projekt, über das Stadtrat Dr. Ermanno Rossi berichtete. Mit dessen Hilfe soll auswärtiges Gewerbe nach Passignano angelockt und die Einwohnerzahl der Gemeinde um ein Drittel auf 8.000 erhöht werden. Das Projekt soll auf dem Gelände der ehemaligen Flugzeugfabrik Società Aeronautica Italiana (S.A.I.) entstehen, einer einstmals großen Firma in Passignano, die vor 15 Jahren ihre Produktion eingestellt hat.

Städtepartnerschaften sind auch ein Anlass für besondere und mitunter ungewöhnliche kulturelle Ereignisse. Schließlich will man seinen ausländischen Gästen etwas Besonderes bieten. So hatte das Programm musikalisch einiges zu bieten – etwa einen Chor mit jungen Mädchen, das im großen Auditorium der Gemeinde einen bunten Mix aus bekannten Stücken der Popgeschichte sang, und die “Banda Musicale Cittadina Passignano s.T.”, die im Jahre 1992 schon einmal in Eltville war und mit zünftiger Marschmusik aufwartete. Ein absolutes Highlight war zweifellos ein Abend auf der frisch restaurierten Burg, wo Bläserquintett “Brass Busters” mit kräftigen Showeinlagen zum Vergnügen der zahlreichen Besucher Stücke von Rossini, Chatschaturian, Gershwin u.a. zum Besten gab und sich eine Gruppe von Darstellern aus Passignano und Eltville in mittelalterliche Gewänder hüllte und unter Leitung des Zeremonienmeisters Roberto Carlani ein Spektakulum vortrug.

Stefanie Post, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Eltville – Passignano (PEP), zeigte sich beeindruckt, dass sich so viele Passignanesen für die Städtepartnerschaft interessierten, und dankte, ebenso wie Bürgermeister Kunkel und Weinkönigin Anna-Maria Mucke, all denen, die zu dieser tollen Bürgerbegegnung und dem großartigen Programm beigetragen haben. Neben den Gastgeschenken übergab sie mehrere Urkunden als „Pioniere für Europa“. Bellaveglia gab sich als Freund einer trilateralen Partnerschaft zwischen Passignano, Eltville und Montrichard zu erkennen, und wie seine Vorredner bekannte sich auch Horst Pietrzak, der erst in der Vorwoche wieder bestätigte stellvertretende Vorsitzende des Freundschaftsvereins Eltville – Montrichard, als überzeugter Europäer.

Passignano sul Trasimeno liegt 289 Meter über dem Meeresspiegel am nördlichen Ufer des Trasimenischen Sees in der Provinz Perugia (Umbrien) und hat etwa 5.500 Einwohner. Nachdem nach fast 20-jähriger Städtefreundschaft die Stadt Eltville im Jahr 2006 eine neue Verschwisterung mit Passignano begründet hat, war in Eltville kurz darauf der eigenständige Partnerschaftsverein Eltville – Passignano (PEP) e.V. zur Förderung dieser Städtepartnerschaft gegründet worden. Er führte am Freitag, den 9. Mai im Gelben Saal der Kurfüstlichen Burg einen Konzertabend mit „Hits“ der italienischen Oper und anderen Werken durch. Außerdem hat er an einem gut besuchten öffentlichen Informationsabend in der Burg über diese bemerkenswerte Reise berichtet, die wegen einer Panne des Reisebusses am Eingang des St. Gotthard-Tunnels erst mit vielstündiger Verspätung in Eltville endete.